In den Explosionsschutz-Regeln der DGUV (BGR 104) ist Ultraschall als eine von 13 Zündquellen genannt. Die dort geforderten Grenzwerte für die Leistungsdichte und Frequenz sind vor über 30 Jahren durch Analogiebetrachtungen ohne experimentelle Grundlage festgelegt worden. Sie sind daher einerseits entsprechend konservativ gewählt, berücksichtigen aber andererseits nicht die heute zumindest außerhalb von Ex-Bereichen bereits vielfach angewendeten gepulsten und Mehrfrequenzanwendungen. Durch den technischen Fortschritt wirken die Anforderungen zunehmend als Hemmnis.
Ziel des Forschungsprojektes ist eine sicherheitstechnische Neubewertung der potenziellen Zündquelle Ultraschall. Dazu sind zunächst theoretische Betrachtungen anzustellen und spezifische Ultraschallmessmöglichkeiten in explosionsfähigen Atmosphären und brennbaren Flüssigkeiten weiter zu entwickeln. Für die Bewertung ist eine ausreichende experimentelle Datenbasis zu erarbeiten, die alle in Frage kommenden Zündmechanismen abdeckt, insbesondere Überlagerung und Fokussierung der Schallwellen sowie Kavitation in der Flüssigkeitsoberfläche.
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen als allgemein gültige Regeln in Form von Grenzwerten und sicherheitstechnischen Randbedingungen mit Bezug zu den geltenden sicherheitstechnischen Klassifizierungen (Zonen, Gerätekategorien, Temperaturklassen, Explosionsgruppen) formuliert werden.
Durchgeführt wird das Projekt von den Fachabteilungen „Zündquellensicherheit“ und „Ultraschall“ an der PTB Braunschweig in Kooperation mit der DGUV, Berufsgenossenschaften, wie z. B. der BG RCI und Industriepartnern. Als Kooperationspartner haben Sie die Möglichkeit, durch konkrete Fragestellungen den Projektverlauf mitzugestalten und profitieren frühzeitig von den Ergebnissen.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr.-Ing. M. Beyer, E-Mail: Michael.Beyer@ptb.de, Tel.: 0531 592-3700.
ACHEMA 2012: vom 18. bis 22. Juni 2012 in Frankfurt
Halle 9.1, Stand B68
Gase unter Druck: Die Gefahren kennen!



