3.4 Welche Notmaßnahmen gibt es, durchgehende Reaktionen abzufangen?
Die Gefahren durchgehender chemischer Reaktionen sollten vor der Einführung des Verfahrens zunächst durch primäre Maßnahmen, d. h. durch Vermindern bzw. Vermeiden des Gefahrenpotenzials, entschärft werden.
Ist dies nicht möglich, kann das Durchgehen einer chemischen Reaktion in manchen Fällen durch Notmaßnahmen verhindert werden. Das sind z. B.
- Schnelles Einbringen von Reaktionsstoppern (z. B. Inhibitoren oder Katalysatorgiften),
- Notkühlung durch weitere unabhängige Kühlaggregate,
- Kontrolliertes Entspannen (geregeltes Ablassen von Überdruck aus einem Reaktor, wobei durch die Verdampfungswärme des Lösemittels der Reaktorinhalt abgekühlt wird),
- Notverdünnen (Einbringen zusätzlichen Lösemittels, wodurch das Reaktionsgemisch so weit verdünnt wird, dass die Reaktion gefahrlos mit geringerer Wärmeleistung weiterläuft). Dies bedingt, dass im Reaktor ein ausreichendes Leervolumen vorhanden ist. Notentleeren (Überführen des Reaktionsgemisches in einen anderen Behälter mit vorgelegtem kaltem Lösemittel oder reaktionsunterbrechenden Substanzen. Dadurch wird die Konzentration der Reaktanden herabgesetzt und die Temperatur abgesenkt, die Reaktion damit verlangsamt und die Wärmeleistung verringert).
Viele dieser Maßnahmen müssen wegen der oft sehr kurzen Zeit, die für eine wirksame Aktion bleibt, mit automatischen Einrichtungen zur Auslösung installiert sein.




